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Reform der Riester-Rente

Altersvorsorge auf später verschieben? Diesmal vielleicht nicht...

Ein erster Schritt heute kann dabei helfen, sich für die Zukunft mehr Freiraum zu schaffen.

Hand aufs Herz: Wann hast du das letzte Mal an deine Altersvorsorge gedacht? Falls die Antwort „Schon eine Weile her“ lautet, bist du nicht allein.

Zwischen Job, Familie, Freund*innen, Wocheneinkauf, Urlaubsplanung und den gefühlt hundert anderen Dingen, die täglich Aufmerksamkeit verlangen, landet das Thema Altersvorsorge bei vielen Frauen eher weit unten auf der To-do-Liste.

Dabei kann gerade das langfristig teuer werden. Denn noch immer verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer. Hinzu kommen Phasen in Teilzeit, Elternzeit oder Zeiten, in denen Angehörige gepflegt werden. All das kann dazu führen, dass später weniger Geld aus der gesetzlichen Rente zur Verfügung steht. Expert*innen sprechen in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Gender Pension Gap – also der Rentenlücke zwischen Frauen und Männern.

Umso spannender ist ein Blick auf die Veränderungen, die 2027 bei der staatlich geförderten Altersvorsorge anstehen. Dann startet mit dem Altersvorsorgedepot ein neues Vorsorgemodell. Gleichzeitig endet die Möglichkeit, neue Riester-Verträge abzuschließen.

Viele denken deshalb: Warum sollte ich mich jetzt noch mit Riester beschäftigen, wenn nächstes Jahr ohnehin etwas Neues kommt? Die Antwort könnte überraschen.

Denn genau diese Übergangsphase macht das Jahr 2026 für viele Menschen besonders interessant.

Kurz erklärt: Was passiert wann?

Kurz erklärt: Was passiert wann?

Die Reform bringt neue Möglichkeiten

Als die Riester-Rente 2002 eingeführt wurde, sollte sie dabei helfen, die gesetzliche Rente durch private Vorsorge zu ergänzen. An diesem Grundgedanken hält die Politik auch künftig fest.

Mit dem Altersvorsorgedepot wird die staatlich geförderte Altersvorsorge nicht abgeschafft, sondern weiterentwickelt.

Geplant sind verschiedene Anlageformen, mehr Flexibilität und zusätzliche Wahlmöglichkeiten bei der späteren Auszahlung. Damit sollen unterschiedliche Bedürfnisse besser berücksichtigt werden – von sicherheitsorientierten Sparer*innen bis hin zu Menschen, die stärker auf den Kapitalmarkt setzen möchten.

Die wichtigste Botschaft dabei: Staatlich geförderte Altersvorsorge bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Baustein für den Vermögensaufbau.

Gute Nachrichten für Riester-Sparer*innen

Falls du bereits einen Riester-Vertrag hast, kannst du erst einmal entspannt bleiben. Bestehende Verträge bleiben erhalten. Bereits aufgebaute Ansprüche gehen nicht verloren. Auch die staatliche Förderung läuft weiter, sodass Zulagen und bestehende Förderansprüche erhalten bleiben.

Darüber hinaus sieht die Reform zusätzliche Flexibilität vor. Geplant ist, dass bestehende Verträge künftig in die neue Förderwelt überführt werden können.

Das bedeutet: Wer heute vorsorgt, verbaut sich nicht automatisch die Möglichkeiten von morgen.

Warum sich ein Abschluss noch 2026 lohnen kann

Genau hier wird es interessant. Viele Menschen fragen sich aktuell, warum sie überhaupt noch einen Riester-Vertrag abschließen sollten, wenn das Altersvorsorgedepot bereits vor der Tür steht.

Der Grund ist einfach: Wer noch 2026 startet, kann die heutigen staatlichen Vorteile nutzen und sich gleichzeitig zusätzliche Optionen für die Zukunft offenhalten.

Sollte das Altersvorsorgedepot ab 2027 besser zur eigenen Lebenssituation passen, kann diese Möglichkeit dann geprüft werden. Man muss sich also nicht zwingend heute schon endgültig festlegen.

Gleichzeitig gilt: Mit dem Start des Altersvorsorgedepots werden neue Riester-Abschlüsse nicht mehr möglich sein. Wer sich erst ab 2027 mit dem Thema beschäftigt, kann die bisherige Riester-Förderung nicht mehr neu nutzen, selbst dann nicht, wenn sie zur eigenen Situation möglicherweise besser gepasst hätte. Genau das macht die aktuelle Übergangsphase so besonders.

Staatliche Unterstützung nutzen

Ein wichtiger Vorteil der Riester-Rente sind die staatlichen Zulagen und mögliche steuerliche Vorteile.

Dazu gehören unter anderem:

Gerade für Frauen können diese Förderungen interessant sein. Denn viele erleben im Laufe ihres Berufslebens Phasen, in denen sie weniger verdienen oder weniger arbeiten, etwa während der Elternzeit oder in Teilzeit. Staatliche Zulagen können helfen, diese Zeit für den langfristigen Vermögensaufbau trotzdem zu nutzen.

Gleichzeitig spielt Zeit beim Vermögensaufbau eine entscheidende Rolle. Je früher mit der privaten Vorsorge begonnen wird, desto länger können Eigenbeiträge und staatliche Unterstützung wirken.

Zwischen Job, Freund*innen und Zukunftsplänen bleibt die Altersvorsorge oft liegen. Sich früh damit zu beschäftigen, kann sich dennoch lohnen.

Wer kann besonders profitieren?

Ob Riester oder später das Altersvorsorgedepot die bessere Lösung ist, hängt immer von der persönlichen Lebenssituation ab. Dennoch gibt es Gruppen, die häufig besonders von den heutigen Regelungen profitieren.

Dazu gehören vor allem Familien mit Kindern. Durch Kinderzulagen kann die staatliche Unterstützung deutlich höher ausfallen.

Menschen mit geringerem Einkommen profitieren oft überdurchschnittlich von den Zulagen.

Ein weiterer Vorteil kann sich für Ehepaare ergeben. Unter bestimmten Voraussetzungen können beide Partner staatliche Zulagen erhalten, obwohl nur einer von ihnen unmittelbar förderberechtigt ist.

Darüber hinaus kann sich ein früher Einstieg insbesondere für Berufseinsteiger*innen lohnen. Wer bereits zu Beginn seines Berufslebens mit der privaten Altersvorsorge startet, profitiert von einem langen Zeitraum für den Vermögensaufbau. Für junge Menschen unter 25 Jahren kommt außerdem ein einmaliger Berufseinsteiger-Bonus hinzu.

Gerade junge Menschen unterschätzen häufig, welchen Unterschied Zeit beim Sparen machen kann. Wer bereits in den Zwanzigern oder Dreißigern beginnt, verschafft seinem Geld deutlich mehr Zeit, sich zu entwickeln.

Riester oder Altersvorsorgedepot? Die Entscheidung muss nicht heute fallen

Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft der Reform. Wer 2026 einen Riester-Vertrag abschließt, legt sich nicht zwangsläufig für die nächsten Jahrzehnte fest.

Stattdessen entsteht die Möglichkeit, die heutigen Vorteile zu nutzen und gleichzeitig flexibel zu bleiben. Nach den aktuellen Reformplänen sollen bestehende Riester-Verträge künftig entweder von den neuen Förderregelungen profitieren können oder mit einer Kapitalübertragung in das Altersvorsorgedepot überführt werden können.

Gleichzeitig gilt: Ab 2027 werden keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen. Wer sich erst dann mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigt, hat nur noch die neue Förderwelt zur Auswahl. Die Möglichkeit, einen Riester-Vertrag mit den bisherigen Förderregelungen neu abzuschließen, besteht dann nicht mehr. Sie besteht auch dann nicht, wenn diese Lösung zur eigenen Lebenssituation möglicherweise besser gepasst hätte.

Welche Lösung langfristig die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab, etwa von Einkommen, Familienstand, Kinderzahl oder den persönlichen Sparzielen.

Wer sich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten verschaffen möchte, kann sich von den Finanzcoaches der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) individuell beraten lassen.

Jetzt starten, statt warten

2027 beginnt mit dem Altersvorsorgedepot ein neues Kapitel der staatlich geförderten Altersvorsorge. Für viele Frauen könnte jedoch bereits das Jahr 2026 entscheidend sein.

Wer sich frühzeitig mit den eigenen Möglichkeiten beschäftigt, kann die heutigen Vorteile nutzen und sich gleichzeitig zusätzliche Optionen für die Zukunft offenhalten.

Denn finanzielle Unabhängigkeit entsteht selten über Nacht. Oft beginnt sie mit einer einzigen Entscheidung: einfach anzufangen.

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Bilder: Ki-generiert
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